Freiburg. Auch unter dem Eindruck der letzten Landtagswahlen stand das Treffen von Erzbischof Stephan Burger mit Vertreterinnen und Vertretern muslimischer Verbände und Bildungsinstitutionen am Abend des 22. September 2026 im Erzbischöflichen Ordinariat in Freiburg. In der Begrüßung seiner Gäste betonte der Erzbischof, der vom Leiter des Fachbereichs „Religiöser Dialog“, Dr. Dr. Freiseis, sowie vom Islambeauftragten bei der Erzdiözese Freiburg, Prof. Dr. Dr. Bernhard Uhde begleitet wurde, die Bedeutung des interreligiösen Austauschs für die Religionen und den Frieden in der Welt. "Papst Leo XIV. und vor ihm Papst Franziskus haben im Geist der Konzilserklärungen Nostra aetate und Dignitatis humanae immer wieder die Bedeutung des interreligiösen Austauschs mit den muslimischen Geschwistern zum Ausdruck gebracht."
Papst Franziskus habe durch die Veröffentlichung des "Dokuments über die Brüderlichkeit aller Menschen", die gemeinsam mit dem muslimischen Gelehrten und Großimam der Al-Azhar-Universität zu Kairo, Ahmed Mohammed al-Tayyeb, im Jahr 2019 in Abu Dhabi erfolgte, "einen wichtigen Weg in eine friedliche Zukunft und die Rolle der Religionen in diesem Prozess aufgezeigt".
Im Geiste dieser Erklärung stand bei der Begegnung der Austausch über aktuelle Herausforderungen und gemeinsame Lösungsansätze im Vordergrund. Die Ergebnisse der Landtagswahlen kamen dabei ebenso zur Sprache wie der Druck, unter dem die Zivilgesellschaft, nicht zuletzt die muslimisch engagierte Bevölkerung, steht. Die Situation im Nahen Osten trägt dabei zu einer Stärkung der Polarisierung bei.
Einig waren sich die Beteiligten, dass es aufgrund der großen Übereinstimmung in der Ethik von Judentum, Christentum und Islam von größter Bedeutung ist, dass sich die Angehörigen dieser Religionen gemeinsam für Frieden in der Gesellschaft und gegen Polarisierung, Hass, Rassismus, Antisemitismus einsetzen, zumal eine Aushöhlung zivilgesellschaftlichen Engagements auch aufgrund der Streichung von Fördermitteln zu beobachten ist.
Deshalb endete das Treffen mit dem Versprechen, den bilateralen Austausch, aber auch das interreligiöse Gespräch der Religionen Judentum, Christentum und Islam zu stärken und neue Wege der Zusammenarbeit, auch über die genannten Religionen hinaus, zu finden. Im Herbst 2027 soll bei einem nächsten Treffen dann evaluiert werden, welche Schritte erfolgt sind und wo noch Entwicklungspotential besteht.
So waren es am Ende Hoffnung und Zuversicht, die entgegen manch düsterer Entwicklung die Stimmung prägten: "Als Gläubige verlieren wir die Hoffnung nicht, sondern finden gemeinsam Wege, im Vertrauen auf Gott!", wie ein Teilnehmer es markant auf den Punkt gebracht hat.
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