Edith Stein

 
 
geboren am 12. Oktober 1891 in Breslau
 
ermordet 9. August 1942 im KZ Auschwitz-Birkenau

Ordensfrau (Karmelitin) jüdischer Herkunft, Philosophin; 1998 als Märtyrerin heilig gesprochen, Schutzpatronin Europas; Ordensname "Teresia Benedicta a Cruce".

 



Seit ihrer Heiligsprechung wird Edith Stein in der Erzdiözese Freiburg in besonderer Weise verehrt. Blickt man auf ihre Biografie, so gibt es im Laufe ihres Lebens kontinuierliche Verbindungen, die sie immer wieder an geprägte Orte nach Freiburg und in die Erzdiözese führten.

Nach ihrer Kindheit in Breslau und dem Studienbeginn in ihrer Heimatstadt und dessen Fortsetzung in Göttingen, wechselte Edith Stein 1916 nach Freiburg, um ihrem Lehrer und Förderer Prof. Edmund Husserl zu folgen. Am 3. August im gleichen Jahre legte sie an der Freiburger Albert-Ludwigs-Universität ihr Doktorexamen in Philosophie ab, das sie mit Auszeichnung bestand (summa cum laude). Ihre erste Unterkunft fand Edith Stein in den Freiburger Stadtteilen Günterstal und später in der Wiehre.

Nach zwei Jahren war die erste Freiburger Periode beendet. Ein Aufenthalt bei der befreundeten Familie Reinach in Göttingen im Jahre 1918 folgte, dort lernte sie den Umgang der Witwe Reinach mit dem Kriegstod ihres Mannes. Die Glaubenskraft aus dem Gekreuzigten und Auferstandenen war für Edith Stein ein nachhaltiges Zeugnis christlichen Glaubens. 

In den folgenden Jahren verfasste sie private wissenschaftliche Arbeiten und lebte in ihrer Heimatstadt Breslau: die Beschäftigung mit christlicher Literatur, drei Habilitationsversuche. So auch die Beschäftigung mit der Hl. Teresa von Ávila. Am Neujahrstag 1922 lässt Edith Stein sich taufen und einen Monat später firmen.

In den Jahren 1923 bis 1931 arbeitet sie als Lehrerin am Mädchenlyzeum und Lehrerinnenanstalt der Dominikanerinnen in Speyer. Diese Periode ist außerdem von einer regen Vortragsarbeit im In- und Ausland, Veröffentlichungen und diversen Übersetzungen (Thomas von Aquin und Kardinal John Henry Newman) geprägt.

Immer wieder macht sie im Kloster St. Lioba in Freiburg Halt, wenn sie auf dem Weg ins Kloster Beuron ist, wo der damalige Erzabt Raphael Walzer OSB, ihr geistlicher Begleiter, tätig war. 

Von Herbst 1931 bis Frühjahr 1932 weilt Edith Stein durchgehend im Kloster St. Lioba. Danach nimmt sie eine Stelle als Dozentin am Deutschen Institut für wissenschaftliche Pädagogik in Münster an. Doch im Frühjahr 1933 verliert sie ihre Arbeit aufgrund der politischen Lage. Im April wendet sie sich an Papst XI., um ihm auf die zunehmend dramatische Entwicklung der politischen Lage in Deutschland hinzuweisen. Sie erkannte damals bereits Entwicklungen, die sich leider bewahrheiten sollten.

Am 14. Oktober tritt sie in den Karmel in Köln ein, sie nimmt den Ordensnamen Sr. Teresia Benedicta a Cruce an. Silvester 1938 erfolgt die Flucht vor den Nationalsozialisten ins Karmelkloster nach Echt (NL). Während dieser Zeit entstehen ihre bedeutendsten philosophischen Werke. Nach ihrer Verhaftung Anfang August 1942, erfolgt am 7. August die Deportation nach Auschwitz, Ermordung am 9. August 1942.

1. Mai 1987: Seligsprechung durch Papst Johannes Paul II. in Köln und am 11. Oktober 1998 folgt die Heiligsprechung in Rom; seit 1. Oktober 1999 ist sie Mitpatronin Europas. Im Herbst 2001 wurde ihr im Kapellenkranz des Freiburger Münster U.L.F. ein Fenster zu geeignet.

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