Hl. Lioba von Tauberbischofsheim

 

geboren um 700 im Königreich Wessex (England)
gestorben 28. September 782 in Schornsheim bei Mainz

Ordensfrau, Äbtissin des 735 errichteten Klosters Tauberbischofsheim

Lioba war die Tochter eines Freundes und einer Verwandten des Heiligen Bonifatius. Nach der Überlieferung träumt ihre Mutter vor der Geburt, dass eine Kirchenglocke auf ihrem Schoß bei Berührung anfängt, zu läuten. Sie deutet den Traum auf ihr Kind und beschließt, es Christus zu weihen. So wird Lioba im Benediktinerinnen-Kloster Wimborne erzogen und lebt in Klöstern in Kent und Wessex, die den 'Apostel der Deutschen' bei seiner Missionsarbeit im Frankenreich unterstützen. Daher ist Lioba mit dem Wirken von Bonifatius vertraut, zwischen beiden entwickelte sich eine rege freundschaftliche Korrespondenz.

Um 735 bittet Bonifatius Lioba um ihre Mitarbeit, weil er hofft, sein Missionswerk durch die gebildete angelsächsische Ordensfrauen zu veredeln. Er beginnt, um Würzburg und im geschützten Thüringen Frauenklöster einzurichten. Einen Vorposten bildet dabei das Kloster Tauberbischofsheim. Bonifatius beruft Lioba um 750 zur Äbtissin dieser Niederlassung und als Oberleiterin der übrigen von ihm gestifteten Klöster. Auch Lioba gründet in den folgenden Jahren mehrere Klöster und gründet in Tauberbischofsheim eine Schule, in welcher der Nachwuchs für die Klöster ausgebildet wird. Sie stirbt auf einer Visitationsreise.

Bestattet ist Lioba in der Frauenkirche auf dem Petersberg bei Fulda, nahe dem Grab des Heiligen Bonifatius. Ihr Haupt ruht dort wieder seit 1995 in der Kirche St. Peter, gemeinhin auch Liobakirche genannt. Die von baulichen Veränderungen fast unberührte Krypta enthält Reste von Wandmalereien, die zu den ältesten in Deutschland gehören.  

Lioba ist bereits im Jahr 836 heiliggesprochen worden. In Tauberbischofsheim wird sie als Stadtpatronin verehrt. Im Jahre 1920 gründet Schwester Maria Benedikta Föhrenbach in Freiburg die Ordensgemeinschaft der Benediktinerinnen von der heiligen Lioba. Die Liobaschwestern sind in mehreren deutschen Diözesen, in der Schweiz, in Kanada, Belgien, Dänemark und Indien tätig.

Literatur

  • Heilige Lioba – Dokumentation einer Sammlung Sr. Hyronima Hieber, Schnaufer Druck GmbH, Tauberbischofsheim, 1996
  • Das Leben der Heiligen Lioba für Kinder erzählt Maria-Regina Broj, Parzella Verlag, Fulda, 1995, ISBN 3 7900 2518
  • St. Lioba 1927 - 2002 : die Föderation der Benediktinerinnen von der Hl. Lioba; Festschrift zum 75-jährigen Jubiläum von St. Lioba, Eoliba Greinemann, Verlag Gessler, 2002, ISBN 3-86136-072-1